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Blutige Schwinge, der Lethe den Balsam verwehrte, Einsamster Flieger in Reichen von Rauch und Verrat, Aller Gestürzten im Abendwind letzter Gefährte, Sagenentsandt, wenn die steigende Stunde dir naht. Welchen von all den vergessenen Namen soll ich dir geben, Bote des Lichts, meinem Sang, meiner Sehnsucht gepaart, Traumher entrückt aus den vielen früheren Leben Rauschenden Fittichs zur ewigen Nachtgefild-Fahrt? Falke, mein Falke, sag, streifte dein Schattengefieder Götter-Cohorten im Flug, da sie nachthin entflohn? Aber Osiris und Isis kehren nicht wieder, Wo die Uräusschlange sich wiegt auf verlassenem Thron. Was bleibt zurück, da Memphis und Theben versanken, Trümmerstarr, in der grünen Schlammflut des Nil? Steine, Wurf eines Wüstenwinds, Staub auf den Pranken Uralter Sphinx, drauf die Asche von Sodom einst fiel? Sahst du die Nattern, die seewärts für immer entglitten? Kaum einen Tag trug der Sand ihre zögernde Spur, Häupter der Sperber, gekrönte, von Schwertern zerschnitten, Schwanden im Rauch, wo kein Phönix den Flammen entfuhr. Lederne Lippen der Mumien, wer mag sie berühren, Schmetterlingsflügel, samtenes Wrack, das zerstob? Wird uns Orion nicht mehr zu Flügen verführen, Wenn uns erst Mohnduft aus Gräbern und Grüften umwob? Dennoch: Was wir erlitten, war klein vor den Augen Stürzender Götter, sterbend auf rostigem Schild, Unsere Schwingen, die nur zum Sternenflug taugen, Schweifen, zerstört zwar, noch immer im Äthergefild. Wenn mit dem Nebel die späten Chimären … Video Bewertung: 5 / 5
Du hast mich verlassen — und nichts als deine Zigarettenschachtel blieb zurück. Eine samtblau, vergilbte Packung Gauloise, welche die französische Aufschrift „wer raucht, krepiert” trägt. Das tue ich ohnehin schon ohne dich, du brauchst es mir nicht zu verdeutlichen. Die Zigarettenschachtel leert sich, antizyklisch. Drei Viertel der kleinen Totmacher hattest du ohnehin schon mitgenommen, hinunter in deine verklebte Lunge, in deine verrusste Luftröhre — ein auf Lebzeiten verseuchter Kehlkopf. Und um es drastischer zu formulieren: Unwiederbringlicher Schaden an der Ewigkeit, verkratzte Langspielplatte im Gedächtnis der Zeit. Spürst du nicht, wie die Erde bebt, wenn meine Gedanken dich verfolgen? Im Wahnsinn dieser Nacht. Ich werde dich in Besitz nehmen — mit blosser Gedankenkraft: Wie meine Zunge, Schmetterlingsflügel zwischen deine Schenkel schlägt und in dich dringt, du in haltloser Versunkenheit, halb-betäubt aufstöhnst. Verschont mich mit Poesie, diesem verfluchten Kinderkram! Ich will dich ficken! Dazu brauche ich keine Gedichte auswendig zu lernen. Du brauchst mir nicht ins Ohr zu säuseln, wie sehr du mich liebst, es ist mir scheissegal. Was zählt ist der Moment. Und wenn du vor Lust explodieren solltest, mach’ dir nichts daraus: mein Sternensystem ist ohnehin grösser. Dieses schwarze Loch zwischen deinen Beinen verschlingt Galaxien, vernichtet Aeonen. Ich aber stehe noch immer hier — bin Gott, Teufel, irgendwas dazwischen, irgendwas dazwischen… Bin Gott und …